Erfolgreiche KI-Projekte

Warum Pragmatismus wichtiger ist als Perfektion

Expertengespräch mit Alex Schiller - Geschäftsführer Schwerpunk KI der i-gelb GmbH

Die häufigste Sorge unserer Kunden kommt meist schon im ersten Gespräch: "Unsere Texte sind zu komplex, zu unstrukturiert oder zu fachspezifisch für eine KI-Anwendung." Alex Schiller, Geschäftsführer der i-gelb GmbH aus Köln, hört diesen Einwand täglich. Im Interview erklärt er, warum diese Bedenken unbegründet sind und wie Organisationen trotzdem erfolgreich KI-Projekte starten können.

Frage:

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Herr Schiller, viele Organisationen zögern mit KI-Projekten. Oft hören wir das Argument: "Unsere Daten sind noch nicht strukturiert genug" oder "Wir sind noch nicht 'KI-ready'". Ist das ein berechtigtes Hindernis?

Herr Schiller, viele Organisationen zögern mit KI-Projekten. Oft hören wir das Argument: "Unsere Daten sind noch nicht strukturiert genug" oder "Wir sind noch nicht 'KI-ready'". Ist das ein berechtigtes Hindernis?

Alex Schiller:

Das ist wahrscheinlich der größte Mythos, dem wir begegnen. Viele Entscheider denken immer noch, sie müssten eine KI monatelang mit ihren Daten "trainieren", wofür diese Daten perfekt aufbereitet sein müssten. Das ist technisch gesehen aber meist gar nicht der Weg, den wir gehen. Wir müssen der KI das Wissen nicht antrainieren – wir müssen es ihr nur zugänglich machen. Wir nutzen moderne Verfahren, bei denen die KI im Moment der Anfrage auf Ihre bestehenden Dokumente, PDFs oder Datenbanken zugreift, die Antwort formuliert und die Quelle nennt. Das bedeutet: Sie müssen Ihre Daten nicht erst jahrelang aufräumen. Wir müssen nur identifizieren, welche Quellen für den Anwendungsfall relevant sind. Ob das dann eine PDF-Sammlung oder eine Datenbank ist, ist für uns eine rein technische Frage, die wir lösen.

Frage:

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Ein weiteres großes Thema ist die Angst vor Fehlern und Halluzinationen der KI - oft verbunden mit der Forderung, dass die KI eine “Erfolgsquote” von 99% haben sollte. Wie sehen Sie das?

Ein weiteres großes Thema ist die Angst vor Fehlern und Halluzinationen der KI - oft verbunden mit der Forderung, dass die KI eine “Erfolgsquote” von 99% haben sollte. Wie sehen Sie das?

Alex Schiller:

Wenn Sie warten, bis eine KI "perfekt" ist, werden Sie nie live gehen – und in der Zwischenzeit haben Ihre Stakeholder längst andere Lösungen gefunden. Wir gehen bewusst einen pragmatischen Weg: Wenn eine KI 90% der Anfragen sofort und hilfreich beantwortet und bei den restlichen 10% auf den menschlichen Experten verweist, ist das ein gewaltiger Mehrwert. Das erreicht man vor allem dann, wenn man sich als Organisation frühzeitig dafür entscheidet, eine KI-Lösung einzuführen und mit einer ausgewählten Gruppe iterativ zu nutzen und zu verbessern. So sehr uns Perfektionismus an allen Stellen hilft - es sollte keine Hürde für den Start sein.

Frage:

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Aber gerade bei sensiblen Verbandsdaten oder internem Wissen: Wie garantieren Sie, dass die Daten sicher sind? "ChatGPT" ist für viele ein rotes Tuch.

Aber gerade bei sensiblen Verbandsdaten oder internem Wissen: Wie garantieren Sie, dass die Daten sicher sind? "ChatGPT" ist für viele ein rotes Tuch.

Alex Schiller:

Zu Recht. Niemand möchte, dass internes Wissen genutzt wird, um öffentliche KI-Modelle zu trainieren. Deshalb ist unsere Architektur bei ai-gelb fundamental anders. Erstens: Wir setzen auf eine Open-Source-Strategie. Das verhindert den "Black-Box"-Effekt. Wir wissen genau, was mit den Daten passiert. Zweitens: Ihre Daten verlassen nicht Ihren Hoheitsbereich, um irgendwo ein Modell zu trainieren. Die Datenhoheit bleibt zu 100% bei Ihnen. Wir nutzen große Sprachmodelle lediglich als "Sprach-Motor", aber das Wissen kommt exklusiv aus Ihren gesicherten Quellen. Das ist DSGVO-konform und sicher genug für kritische Infrastrukturen oder eben Arbeitgeberverbände.

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Viele Geschäftsführer fürchten unkalkulierbare Kosten und IT-Projekte, die aus dem Ruder laufen. Ist KI nur etwas für Konzerne mit großen Budgets?

Viele Geschäftsführer fürchten unkalkulierbare Kosten und IT-Projekte, die aus dem Ruder laufen. Ist KI nur etwas für Konzerne mit großen Budgets?

Alex Schiller:

Ganz im Gegenteil. Die Zeiten, in denen KI-Projekte sechsstellige Summen verschlingen und ein Jahr dauerten, sind vorbei – wenn man es richtig angeht. Wir sprechen hier nicht von riesigen IT-Infrastruktur-Projekten. Oft ist hier eher Domänenexpertise gefragt als reine IT-Power. Da wir auf Open-Source-Komponenten setzen, entfallen teure Lizenzgebühren großer US-Anbieter, die oft pro Anfrage abgerechnet werden und die Kosten unkalkulierbar machen. Ein pragmatisches Pilotprojekt – wie etwa ein interner Assistent für Mitarbeiterfragen – lässt sich in wenigen Wochen umsetzen. Das schafft sofortigen Nutzen ("Quick Wins"), ohne das Budget zu sprengen.

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Warum drängen Sie so auf Geschwindigkeit? Wäre es nicht besser, erst eine große KI-Strategie zu entwickeln?

Warum drängen Sie so auf Geschwindigkeit? Wäre es nicht besser, erst eine große KI-Strategie zu entwickeln?

Alex Schiller:

Strategie ist wichtig, aber man kann keine KI-Strategie am Reißbrett entwerfen, ohne praktische Erfahrung gesammelt zu haben. Sie müssen Kompetenzen im Haus aufbauen. Das geht nur durch Tun. Zudem steigt der Marktdruck. Große Mitgliedsunternehmen nutzen längst eigene Systeme und erwarten von ihren Verbänden, dass diese technologisch mithalten. Wer heute noch seinen Mitgliedern zumutet, sich durch hunderte PDFs zu klicken oder drei Stunden auf einen Rückruf zu warten, wirkt schnell altbacken. Mein Rat: Starten Sie klein, starten Sie jetzt, und lernen Sie am lebenden Objekt. Das Risiko, nichts zu tun, ist mittlerweile größer als das Risiko eines Pilotprojekts.

Fazit: Erfolgreiche KI-Projekte benötigen weder perfekte Inhalte noch jahrelange Vorbereitungszeit. Mit dem richtigen pragmatischen Ansatz, DSGVO-konformen deutschen Servern und individueller Betreuung können auch Verbände, Kirchen und öffentliche Organisationen schnell von künstlicher Intelligenz profitieren.

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