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„Wie stellt ihr sicher, dass die KI das Richtige findet?"

10. März 2026

Wer schon einmal auf einer Website nach einer ganz konkreten Information gesucht hat – und stattdessen eine Liste mit 47 Links zurückbekommen hat, von denen keiner wirklich passt – kennt das Gefühl. Die Suche funktioniert, aber sie versteht einen nicht. Man gibt ein Wort ein, und die Maschine liefert Treffer. Ob diese Treffer die eigentliche Frage beantworten? Ist leider Zufall.

Das ist der Stand der Dinge bei klassischen Suchfunktionen: Sie arbeiten mit exakten Begriffen, nicht mit Bedeutung. Wer „Kita Anmeldung Frist" eingibt, findet etwas anderes als jemand, der fragt: „Bis wann muss ich mein Kind für den Kindergarten anmelden?" – obwohl beide dasselbe wissen möchten.

Das eigentliche Problem: Stichwortsuche denkt nicht mit

Herkömmliche Suchtechnologie vergleicht Wörter. Stimmt ein Begriff überein, erscheint ein Ergebnis. Stimmt er nicht überein, bleibt er verborgen – egal, wie relevant der Inhalt wäre. Für Organisationen mit umfangreichen Wissensbeständen, vielen Unterseiten oder komplexen Beratungsangeboten ist das ein echtes Problem: Informationen sind da, aber sie werden nicht gefunden.

Für Nutzer bedeutet das: Suchen, klicken, weiterlesen, enttäuscht sein, wieder zurück. Für Organisationen bedeutet es: Beratungshotlines klingeln mit Fragen, deren Antworten theoretisch schon online stehen.

Wie ai-gelb das anders macht

ai-gelb arbeitet mit einem Ansatz, den Fachleute als Retrieval-Augmented Generation (RAG) bezeichnen. Klingt technisch – ist es im Kern aber gar nicht. Der Prozess lässt sich in vier verständliche Schritte aufteilen:

1. Die Frage wird verstanden, nicht nur gelesen. Wenn jemand eine Frage stellt, wird sie nicht einfach nach Schlüsselwörtern durchsucht. Stattdessen wird die Bedeutung der Frage in ein mathematisches Muster übersetzt – ein sogenanntes Embedding. Man kann sich das vorstellen wie eine Art „Bedeutungs-Fingerabdruck" der Frage.

2. Die Wissensbasis wird auf Ähnlichkeit durchsucht. In einer Vektordatenbank liegen alle relevanten Inhalte – Dokumente, Website-Texte, PDFs, interne Wissensartikel – ebenfalls als solche Bedeutungsmuster gespeichert. Das System sucht jetzt nicht nach identischen Wörtern, sondern nach inhaltlich ähnlichen Einträgen. Die Frage „Bis wann muss ich mein Kind anmelden?" findet also auch Inhalte, die das Wort „Anmeldefrist" enthalten, ohne es selbst zu nennen.

3. Der gefundene Kontext wird mit der Frage zusammengeführt. Die passendsten Treffer aus der Wissensbasis werden mit der ursprünglichen Frage kombiniert – als Kontextanreicherung. Das Sprachmodell (LLM) bekommt also nicht einfach die Frage, sondern die Frage plus die relevanten Hintergrundinformationen aus dem eigenen Wissensbestand.

4. Eine echte Antwort entsteht – keine Liste, sondern ein Dialog. Das Sprachmodell formuliert auf Basis dieser Informationen eine klare, vollständige Antwort in natürlicher Sprache. Und wer noch tiefer möchte, kann einfach nachfragen – die KI führt den Dialog weiter, bis alle Fragen beantwortet sind.

Das Entscheidende sind die Quellen

Ein häufiger Einwand lautet: „Aber erfindet die KI dann nicht einfach Antworten?" Das ist eine berechtigte Frage – und hier liegt einer der zentralen Unterschiede von ai-gelb zu frei zugänglichen KI-Tools wie ChatGPT.

RAG bedeutet: Die KI antwortet ausschließlich auf Basis der hinterlegten Wissensquellen. Sie recherchiert nicht im Internet, sie erfindet keine Fakten. Alles, was sie sagt, ist in der eigenen Wissensbasis verankert – und damit nachvollziehbar und kontrollierbar.

Und die Datenschutzfrage?

Gerade für Organisationen, die mit sensiblen Daten arbeiten – Verbände, Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Gesundheitseinrichtungen – ist das keine Nebensächlichkeit. Sie dürfen Daten ihrer Mitglieder, Klienten oder Mitarbeitenden schlicht nicht einfach an US-amerikanische Cloud-Dienste übermitteln.

ai-gelb läuft in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland, ohne Verbindung zu US-Dienstleistern. Die Daten verlassen den europäischen Rechtsraum nicht. Das Hosting basiert bevorzugt auf Open-Source-Modellen, und eine vollständige On-Premise-Installation ist möglich. Das bedeutet: vollständige DSGVO-Konformität, EU AI Act Compliance und – für kirchliche Organisationen besonders relevant – Konformität mit dem KDG. Und Ihre Daten werden niemals für das Training von KI-Modellen genutzt.

Was das in der Praxis bedeutet

Das Bistum Eichstätt hat ai-gelb eingesetzt – mit mehr als 40 eigenständigen Websites und sämtlichen URLs als Datenquelle. Die Mitarbeitenden und Besucher finden heute in Sekunden, was früher ein stundenlanges Klicken durch Unterseiten erfordert hätte. Die Beratungshotline wird entlastet. Und wer fragt „Was brauche ich für die Taufe meines Kindes?", bekommt eine strukturierte Antwort – keine Liste mit 47 Links.

Das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen: Die KI findet das Richtige. Nicht weil sie rät, sondern weil sie versteht.

Artikel geschrieben von
Autorin und Geschäftsführerin von i-gelb: Frauke Klemm

Frauke Klemm

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