KI im Livebetrieb:

Was die Zahlen von HessenChemie nach 10 Monaten zeigen

Autorin und Geschäftsführerin von i-gelb: Frauke Klemm

Frauke Klemm

16. September 2026

Auf dem Verbändekongress haben Nora Hummel-Lindner, Geschäftsführerin Recht und Personalpolitik bei HessenChemie, und Alex Schiller, Geschäftsführer KI bei i-gelb, vorgestellt, wie es weiterging: Seit Oktober 2025 sind der KI-Assistent Arbeitsrecht und die HessenChemie-Lotsin im Einsatz – in drei Schritten ausgebaut. Jetzt, 10 Monate nach dem ersten Go-Live, sprechen die Zahlen für sich.

Kein klassischer Chatbot, der Anfragen abwimmelt, um Kontakte von Experten fernzuhalten – sondern ein Assistent, der schneller zu den Punkten führt, an denen persönliche Beratung wirklich gebraucht wird. Das war der Anspruch. Was daraus geworden ist, zeigt dieser Artikel.

Wollen Sie wissen, wie sich das auf Ihren Verband übertragen lässt?

Nora Hummel-Lindner und Alex Schiller beantworten live Ihre Fragen im Webinar – kostenlos, online.

Donnerstag, 19. November 2026, 14:00 Uhr

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Die Zahlen aus dem laufenden Betrieb

Die wichtigste zuerst: Im 1. Halbjahr 2026 stieg die Zahl der persönlichen Beratungen durch Juristinnen und Juristen gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 von 969 auf 1.231 – ein Plus von rund 27 %. Im selben Zeitraum kamen 5.674 zusätzliche KI-Konversationen hinzu (4.861 über den KI-Assistenten Arbeitsrecht, 813 über die HessenChemie-Lotsin im Mitgliederbereich). Der Assistent hat die persönliche Beratung also nicht verdrängt, sondern zusätzliche Kapazität für sie geschaffen – und so die größten Bedenken der Verbände widerlegt. 

Auch der laufende Betrieb bestätigt das Bild. Allein in den letzten 90 Tagen (15.05. bis 13.08.) zählte der KI-Assistent Arbeitsrecht 11.567 Nachrichten in 2.475 ausgewerteten Konversationen:

  • 59 % der Konversationen: vollständig geholfen

  • 16 % der Konversationen: teilweise geholfen

  • 9 % der Konversationen: nicht geholfen

  • 16 % der Konversationen: abgegrenzt oder abgelehnt (außerhalb des Zuständigkeitsbereichs)

Die 9 % „nicht geholfen" sind bei HessenChemie explizit die Arbeitsgrundlage für die nächste Ausbaustufe – nicht versteckt, sondern Teil der laufenden Qualitätssicherung. Beim direkten Nutzer-Feedback steht es 95 zu 4, rund 96 % positive Rückmeldungen.

„Der Anspruch an die Qualität der Antworten sollte möglichst hoch sein – jedoch nicht so hoch, dass wir uns selbst dabei blockieren, diese Zukunftstechnologie produktiv zu schalten",

Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer von HessenChemie,

Vier Erfolgsfaktoren, die sich übertragen lassen

1. Gepflegte Datenbasis vor dem Projekt. Qualität und Aktualität der Inhalte entscheiden über die Lernkurve. Ohne klare Vor- und Eigeninvestition kein wertvolles Training mit schnell ansteigender Lernkurve.

2. Fachleute als Mitentwickler. Domänenwissen sichert die inhaltliche Qualität, nicht die Wahl des Sprachmodells. Die Fachleute bei HessenChemie haben den Assistenten von Anfang an mitentwickelt.

3. Unabhängig, transparent, lernfähig. Modelle und Hosting sind austauschbar und datenschutzkonform, jede Antwort ist mit Quelle belegt, die Qualität wird laufend gemessen und verbessert – unter anderem durch Abgleich mit Referenzantworten und eine objektive KI-Prüfinstanz.

4. Automatisierte Inhaltspflege. Die Schnittstelle zum Redaktionssystem sorgt dafür, dass neue Inhalte ohne separaten Pflegeprozess in die Assistenten einfließen – kein zweiter Datenhaushalt, das hält den Betrieb bezahlbar.

„Die Ansprüche der Mitgliedsunternehmen an unsere Wissensvermittlung und Dienstleistung wachsen im Tempo der KI-Entwicklung."

Nora Hummel-Lindner,
Geschäftsführerin Recht und Personalpolitik bei HessenChemie

Ein Prozess ohne Abschluss

Auch 10 Monate nach dem ersten Go-Live ist das Projekt bei HessenChemie nicht "fertig". Ziel bleibt, das Nutzungserlebnis und die inhaltliche Qualität kontinuierlich zu verbessern und die Assistenten noch stärker in den Arbeitsalltag der Mitgliedsunternehmen zu integrieren. Die Quintessenz aus dem Vortrag: Was drinsteckt, kommt raus – die Qualität der Antworten spiegelt die Qualität der eigenen Wissensarbeit wider.

Wie es für Ihren Verband weitergehen kann

Es gibt zwei Wege, tiefer einzusteigen:

Live-Webinar am Donnerstag, 19. November 2026, 14:00 Uhr. Nora Hummel-Lindner und Alex Schiller nehmen sich Zeit für Fragen – inklusive der, die auf dem Verbändekongress am meisten diskutiert wurden. Kostenlos, online, keine Vorkenntnisse nötig.

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Direktes Gespräch

Wenn Sie schon wissen, dass Sie ein eigenes KI-Projekt angehen möchten, oder einfach nicht bis zum Webinar warten wollen – wir hören uns Ihre Ausgangslage an und sagen ehrlich, ob und wie sich das für Sie umsetzen lässt.

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